Herodot schrieb von Zwangsarbeit, und das Bild der Sklaven unter der Peitsche hielt sich bis in die Filme des 20. Jahrhunderts. Seit 1988 gräbt Mark Lehners Team südlich des Sphinx eine Stadt aus, die zu Chephren und Mykerinos gehört: lange Schlafhallen für Mannschaften, Bäckereien mit Brotformen, Speicher, Verwaltungsbauten, Häuser von Aufsehern und Knochen von Rindern, Schafen und Ziegen in Mengen, die auf regelmäßige Fleischrationen deuten. Auf dem Plateau darüber liegen die Gräber der Bauleute und Aufseher, mit Titeln, Namen und den Bezeichnungen ihrer Mannschaften.
Befund / Quelle: Ancient Egypt Research Associates (Mark Lehner) · The Lost City of the Pyramid BuildersWer bestattet wird, wer Rindfleisch isst und wer seinen Namen in ein Grab schreiben lässt, ist kein Sklave im Sinn der Antike. Die Pyramiden bauten Ägypter, die der Staat für Monate aus den Dörfern zog, versorgte und in Mannschaften mit eigenen Namen organisierte; dazu kamen Handwerker, die dauerhaft am Ort lebten. Die Arbeit war Pflicht, aber sie wurde bezahlt, in Brot, Bier und Fleisch.
Was sich daraus nicht sicher ableiten lässt
Die Stadt ist auf Chephren und Mykerinos datiert; für die Bauleute des Cheops fehlt die Siedlung noch, sie lag wohl weiter nördlich unter dem heutigen Ort. Wie viele Menschen gleichzeitig arbeiteten, ist eine Schätzung: Lehner rechnet mit einigen tausend dauerhaft und deutlich mehr in der Flutzeit.