
Tagebuch 1 / 5 · 432 v. Chr. · ein Festmorgen
Die Akropolis um 432 v. Chr.: Der Marmor leuchtet
Stell dich hierher, auf den Pnyx, wo die Athener ihre Volksversammlung abhalten, und schau hinüber. Da oben ist gerade etwas fertig geworden, das es so noch nie gab: ein Tempel ganz aus Marmor, mit Dach, Giebelfiguren und einem Fries, der einmal um den ganzen Bau läuft. Der Parthenon. Seine Farben würden dich überraschen: Rot, Blau und Gold auf dem Marmor, nicht das Weiß, das wir heute im Kopf haben. Links das Tor, die Propyläen, an denen noch gebaut wird. Und dazwischen, neun Meter hoch, die Bronze-Athena des Phidias, deren Speerspitze die Seeleute schon vom Kap Sounion aus sehen.
Alle vier Jahre zieht die Stadt an den Großen Panathenäen hinauf: mit Rindern, Musik und einem neuen Gewand für die Göttin. So ungefähr könnte der Felsen ausgesehen haben, als Perikles sein Bauprogramm vollendete. Den Krieg gegen Sparta, der in diesem Jahr beginnt, sieht ihm noch niemand an.
Ein Biograf, 500 Jahre später
„In der Schönheit war jedes Werk sogleich altehrwürdig, in seiner Frische ist es bis heute neu und jung, als lebte ein ewig junger Geist darin.“
Bild: KI-Vision auf Grundlage eines Fotos von George E. Koronaios (CC BY-SA 4.0), keine wissenschaftliche Rekonstruktion.



