
Tagebuch 1 / 7 · 79 n. Chr. · ein Vormittag
Pompeji vor dem Ausbruch: Der Nabel der Stadt
Stell dich hierher, an den Südrand des Forums, und schau nach Norden. Vor dir der Jupitertempel auf seinem hohen Podium, links die zweistöckige Säulenhalle, rechts und links die Ehrenbögen. Hier wird gehandelt, gewählt, gestritten und geklatscht. Und auf die Wände der Basilika nebenan kritzeln die Leute, was sie bewegt: Wahlempfehlungen, Liebesschwüre, Beleidigungen. So ungefähr könnte Pompeji vor dem Ausbruch ausgesehen haben: bunt verputzt, voller Statuen, Stände und Stimmen.
Siehst du das Gerüst am Tempel? Ein Erdbeben hat die Stadt im Jahr 62 oder 63 schwer beschädigt, und noch immer ist nicht alles repariert. Der grüne Berg da hinten ist für die Pompejaner ein Weinberg. Nur der Geograf Strabon hatte bemerkt, dass das Gestein am Gipfel aussieht, als hätte es einmal gebrannt.
Stimme aus der Zeit
„Ich staune, Wand, dass du noch nicht eingestürzt bist, bei all dem Geschreibsel, das du ertragen musst.“
Bild: KI-Vision, keine wissenschaftliche Rekonstruktion.






