Beim Lidar-Überflug von 2012 tastete ein Laser den Boden unter dem Blätterdach ab. Aus den Höhendaten entstand ein Geländemodell, in dem sich um Angkor Wat ein regelmäßiges Netz aus Wegen, Wohnhügeln und Teichen abzeichnet, das zuvor niemand kartiert hatte. Der Tempel war Teil eines geplanten Stadtraums.
Befund / Quelle: Evans et al. · Uncovering archaeological landscapes at Angkor using lidar, PNAS 110 (2013)Betrachte den Rasen und die Bäume im Foto als Oberfläche, nicht als Leere. Wo heute Gras wächst, verlaufen niedrige Erdrücken und Senken, die einmal Straßen, Hausplattformen und Wasserbecken waren. Der Laser liest diese Form, das Auge übersieht sie. So wird aus einem freistehenden Monument ein Zentrum, das von Alltag umgeben war: Wohnen, Wasser, Wege.
Was sich daraus nicht sicher ableiten lässt
Ein Geländemodell datiert nichts. Ob zwei Hügel gleichzeitig bewohnt waren oder Jahrhunderte auseinanderliegen, entscheiden Ausgrabung und Funde. Auch die Einwohnerzahl der Stadt bleibt eine Schätzung mit großer Spanne.